Klosterpark

Modell des Benediktinerklosters Reinhardsbrunn.jpgAuf den Grundmauern des Reinhardsbrunner Benediktinerklosters (erbaut 1085 als Hauskloster und Grablege der Ludowinger) steht heute das Schloss Reinhardsbrunn. Es ist umgeben vom Schlosspark, dem ersten Thüringer Park des Historismus und einem Gartenkunstwerk von europäischem Rang.

Im herzoglichen Außenpark entstand seit den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts das Pionierlager 'Georgi-Dimitroff' (Träger der VEB Kali Werra).

Hier erlebten bis zu 1500 Kinder pro Durchgang ihre Ferienspiele. Außerhalb der Ferien wurde die Anlage für vormilitärische Ausbildung genutzt. Zum Ende der DDR-Zeit war das Gelände auch als Internierungslager für Systemgegner vorgesehen. In direkter Nachbarschaft des Pionierlagers befand sich das Ferienheim des VEB Traktorenwerk Gotha.

Beide Einrichtungen wurden 1991 von der Ev.-Luth.Kirche in Thüringen erworben, die hier ihr Evangelisches Stift eröffnete, die zentrale Bildungs- und Begegnungsstätte der Landeskirche. Bis zur Auflösung des Stiftes Ende 1997 befanden sich hier sechs Bildunngs- und Weiterbildungseinrichtungen mit zuletzt über 20 000 Nutzern im Jahr. Aufgrund eines Rückübertragungsan-spruchs des Alteigentümers (Herzoghaus Sachsen-Coburg und Gotha) beendete die Landeskirche ihr ehrgeizigstes Nachwendeprojekt und verlagerte die Einrichtungen an andere Orte. Den Hauptteil ins Zinzendorfhaus nach Neudietendorf.

Gelände, die acht dreistöckigen Häuser und die dazu gehörenden Bungalows und Nebengelasse übernahmen die beiden in Reinhardsbrunn ansässigen gemein-nützigen Vereine Forum Westthüringen und Neue Arbeit auf dem Lande (NALIT).

Die Eigentumsverhältnisse konnten geklärt werden und die Vereine entwickelten soziale, kulturelle und touristische Projekte zur Nutzung des Geländes. Es entstand eine Spätaussiedlerübergangswohnheim, ein Kinder- und Jugendhaus und ab 2001 konnten von Jahr zu Jahr insgesamt fünf Häuser als Internat des Sprachenspezialgymnasiums Salzmannschule Schnepfenthal hergerichtet werden.

Für den wirtschaftlichen Betrieb gründeten die Vereine die ZEITZEICHEN GmbH.

Neues geistliches Zentrum des Geländes wurde 2001 die Johanniskirche, ein Nachbau der ersten Kirche Thüringens, die nach örtlicher Überlieferung oberhalb von Altenbergen gestanden hat und 724 von Bonifatius als Taufkirche gebaut worden ist. Neben der ökumenisch geweihten Johanniskirche erinnern die Modelle der Schauenburg und des Benediktinerklosters Reinhardsbrunn an die 'Wiege Thüringens'. Im Zusammenhang mit der Freilegung der Wurzeln des Ortes erfolgte die Umbenennung des Geländes in 'Klosterpark'.

Nachdem direkt an der Schnepfenthaler Salzmannschule ein neues Internat gebaut worden war, endete 2009 der Internatsbetrieb im Klosterpark, Das war für die Landeskirche Anlaß, die Anlage zum Verkauf auszuschreiben, der dann 2011 erfolgt ist. Das Gesmatgelände wurde geteilt und an privat verkauft.

Der obere Teil mit seinen Seminarhäusern und dem Jugendhaus wird weiter genutzt.

Die Johanniskirche bleibt öffentliches Gotteshaus und Radwegekirche.

 

 

 

 

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